23.05.2020

Rückblick auf die WNBL-Saison

Nachdem vor einigen Wochen bereits ein Fazit zur Aufstiegssaison des Regionalliga-Teams der SV Halle-LIONS Family gezogen wurde, soll nun ein Blick zurück auf die vergangene WNBL-Saison 2019/2020 geworfen werden. Wie auch die Regionalliga wurde die WNBL im März als Konsequenz der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen.

Die Junior-LIONS Academy wurde in der abgelaufenen Saison vom Trainer-Trio Wackermann/Alkewitz/Heinig betreut und erstmals in der halleschen WNBL-Historie ging eine Spielgemeinschaft an den Start. Aus den SV Halle Junior-LIONS wurde die Junior-LIONS Academy, da einige Spielerinnen aus Jena zu wichtigen Stützen des Teams wurden und die Nennung der Stadt im Teamnamen damit überflüssig wurde.

Nach erfolgreicher Qualifikation im Juni bereitete sich das Team auf die reguläre Saison vor und nahm erstmals am internationalen Eisvögel-Junior Cup in Freiburg teil. Hier zeigte man gute Leistungen in dieser Phase der Vorbereitung und konnte unter anderem Alba Berlin und das WNBL-Team aus Würzburg bezwingen. Dass jedoch die Ergebnisse und Eindrücke aus der Vorbereitung nur bedingt aussagekräftig waren, zeigte sich Mitte Oktober beim ersten Punktspiel gegen das Team aus Braunschweig und Wolfenbüttel. Nach einem sehr umkämpften Spiel, in dem bei beiden Mannschaften vor allem offensiv nicht viel zusammenlief, verlor die Junior-LIONS Academy mit 37:44. Insbesondere weil das Team vom ehemaligen Lions-Coach Christian Steinwerth nicht komplett angetreten war, hatten die Mädels und Coaches der Junior-LIONS Academy das Gefühl, hier einen Auftaktsieg liegen gelassen zu haben. Was ein solches Erfolgserlebnis für den Rest der Spielzeit bedeutet hätte, darüber kann nur spekuliert werden.

Zwei Wochen später folgte in Chemnitz eines der wohl schwächsten Saisonspiele, die Junior-LIONS Academy verlor deutlich mit 55:83 beim Deutschen Meister. Ein anderes Bild ergab sich Anfang November beim Heimspiel gegen Alba Berlin. Bis in die letzten Minuten des vierten Viertels war hier ein Sieg möglich, jedoch machten 19 verworfene Freiwürfe alle Hoffnungen zunichte. Das Ergebnis von 62:76 aus Sicht der Junior-LIONS Academy fiel am Ende ein paar Punkte zu deutlich aus. Die letzten beiden Spiele der Hinrunde wurden gegen TuS Lichterfelde (50:80) und bei den Junior Hurricanes in Scheeßel (46:77) erneut mit hohen Differenzen verloren. Insbesondere die deutliche Niederlage gegen die bis dato ebenfalls sieglosen Hurricanes schmerzte sehr. Zu allem Überfluss verletzte sich bei diesem Spiel mit Joana Noeske eine der wichtigsten Spielerinnen am Fußgelenk, sodass sie bis Februar ausfallen sollte.

Stark ersatzgeschwächt absolvierte das Team aus Halle und Jena das erste Spiel der Rückrunde in Braunschweig und war von Anfang an auf verlorenem Posten. Mit einem bitteren 40:72 ging es zurück nach Hause und in die Weihnachtspause. Im Januar folgten die Rückspiele gegen Chemnitz (52:79), bei Alba (55:79) und bei TuSLi (47:63) - allesamt ohne Erfolgserlebnisse. Auch einzelne positive Momente wie die gewonnene erste Halbzeit gegen ersatzgeschwächte Berlinerinnen aus Lichterfelde, und das obwohl man ohne Kapitän Vivi Friedenberger spielte, konnten den Gesamteindruck nicht verbessern. Mit 0:9 Siegen stand man vor dem letzten Hauptrundenspiel gegen die Junior Hurricanes bereits unter Druck. Wollte man nicht sieglos in die anstehende Playdown-Runde gehen, so musste eine Leistungssteigerung her. Diese war im Vergleich zum Hinspiel auch deutlich erkennbar, hielten die Mädels das Spiel doch bis ins letzte Viertel hinein offen. Doch am Ende war die Nervosität zu groß und man unterlag auch im Rückspiel den Hurricanes, diesmal mit 51:61.

Zwei Wochen später folgte das erste und bereits vorentscheidende Spiel um den Klassenerhalt, den man zu diesem Zeitpunkt nicht mehr selbst in der Hand hatte. Nach der längsten Anreise der Saison spielten die Mädels die wohl beste erste Halbzeit der Spielzeit und führten mit 40:30 in Neuss. Jedoch folgte auch in diesem Spiel wieder eine Schwächephase, diesmal im dritten Viertel, sodass sich die Neusserinnen einen Vorsprung erspielten, den sie nicht mehr abgaben (Endstand: 55:62). Mit dem Sieg von Neuss in Scheeßel stand eine Woche später fest, dass die Junior-LIONS Academy sportlich den Klassenerhalt nicht mehr sichern konnte. Im letzten Spiel vor dem Saisonabbruch folgte gegen die ebenfalls bis dahin sieglosen RheinStars Ladies aus Köln/Hürth endlich der erste und damit auch einzige Saisonsieg. Das 61:47 zeigte, dass das Team durchaus konkurrenzfähig war, die Leistungsreserven jedoch nicht konstant genug abrufen konnte.

Es bleibt festzuhalten, dass keine einfache Saison hinter der Spielgemeinschaft liegt. Verletzungen, schulisch bedingte Abwesenheiten und private Gründe bei einigen Spielerinnen führten dazu, dass kaum ein Spiel in bestmöglicher Besetzung absolviert wurde. Aber nur in jener bestmöglichen Besetzung wären mehr Siege bzw. engere Ergebnisse gegen die starken Gegner in der Nordost-Staffel möglich gewesen. Die Logistik, um gemeinsame Trainingseinheiten durchzuführen, stellte Spielerinnen und Coaches gleichermaßen vor Herausforderungen, insbesondere die Jenaer Mädels nahmen viele Fahrten auf sich. An dieser Stelle gilt vor allem der Jenaer Trainerin Denise Alkewitz ein besonderer Dank für ihre Zuverlässigkeit und Unterstützung! Altersbedingt verlassen die WNBL-Mannschaft nun Vivien Friedenberger, Joana Noeske, Lucie Albrecht, Hannah Lehmann und Leja Wegel. Den traditionellen Saisonabschluss inklusive Verabschiedungen wird es sicher geben, sobald die gesundheitspolitische Lage dies zulässt. Neben den genannten Spielerinnen werden auch Leonie Wackermann und Denise Alkewitz sowie der während der Saison bereits verabschiedete sportpsychologische Berater Janosch Daul nicht mehr für das Projekt WNBL zur Verfügung stehen. Allen gilt ein großes Dankeschön für den unermüdlichen Einsatz, wenngleich diese Bemühungen leider nicht den erhofften Erfolg brachten. Lehrreich war die Saison für alle Beteiligten und insbesondere die Spielerinnen der jüngeren Jahrgänge haben einige Entwicklungsschritte nach vorn gemacht, die für die Zukunft hoffen lassen. Wie diese im Detail aussieht, bleibt aufgrund der Corona-Pandemie abzuwarten. Was jedoch feststeht ist, dass die Junior-LIONS Academy durch den vorzeitigen Saisonabbruch auch ein Startrecht für die kommende Saison erhalten hat und sich die Verantwortlichen aus Halle und Jena zu einer Fortsetzung der Kooperation bereits intensiv verständigt haben.

Zum Einsatz in der WNBL 2019/2020 kamen:

Vivien Friedenberger, 11 Spiele, 91 Punkte

Annika Schwarz, 11, 85

Lilly Oswald, 11, 81

Hannah Lehmann, 7, 78

Maria Kolitscher, 10, 61

Leonie Fricke, 9, 44

Leni Knorr, 11, 44

Lena Rothämel, 12, 41

Cora Fox, 12, 34

Lucie Albrecht, 9, 22

Joana Noeske, 6, 19

Leja Wegel, 4, 6

Leoni Hartmann, 3, 5

Annalena Bürger, 1

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